Sehnenrisse an der Schulter

 

Für die normale Schulter- und Armfunktion benötigt der Mensch eine Vielzahl

unterschiedlicher Sehnen. Als nahezu fast ausschließlich muskulär geführtes

Gelenk ist die Schulter auf intakte Sehnen angewiesen. Die 5 wichtigsten Muskeln

die das Schultergelenks stabilisieren sind:

 

-M.subscapularis,

-M.infrapinatus,

-M.supraspinatus

-M. teres minor

-M. teres major

 

Diese stellen die sogenannte Rotatorenmanschette dar. Einige dieser Sehnen sind im Laufe des Lebens starken Belastungen ausgesetzt und können so verschleißen und reißen. Sehnenrisse an der Schulter, die auch Rotatoren-manschetten-Rupturen genannt werden, sind häufig.

Eine weitere Sehne die eine Rolle in der Stabilisierung des Schultergelenks eine Rolle spielt ist die lange Bizepssehne die durch die Rotatorenmanschette im

Schultergelenk ansetzt. Oftmals zu wenig beachtet führen Verletzungen der Sehnen zu Schmerzen und einer zunehmenden Funktionseinschränkung der Schulter. Nicht oder verspätet therapiert sind schnell zunehmende Schäden, bis zum kompletten Funktionsverlust mit bleibendem Defekt zu befürchten

 

Welche Schmerzen verursacht ein Riss der Rotatorenmanschette?

 

Bei einem Schaden der Rotatorenmanschette klagen die Betroffenen oft über stechende Schmerzen, vor allem bei allen Bewegungen des Armes nach oben oder hinten. Die Kraft des Armes beim Heben ist häufig reduziert. Durch die sich meist ausbildenden Entzündung des Schleimbeutels kommt es häufig auch zu nächtlichen Schulterschmerzen, die regelmäßig in den Oberarm ausstrahlen. Einige Patienten schildern sogar ausstrahlende Schmerzen bis in die Hand.

 

Wie können wir einen Sehnenriss diagnostizieren?

 

Bereits bei der Beschreibung eines Unfallhergangs oder aber der genauen Symptome, wird der Fachmann den Verdacht auf einen Rotatorenmanschetten-Riss äußern. Klinische Tests, die gezielt die einzelnen Muskeln und Sehnen der Rotatorenmanschette beanspruchen, geben Aufschluss über Funktions-einschränkungen bzw. Funktionsverlust. Durch Druck auf die Sehnenansätze und spezielle Schmerzpunkte wird der Untersuchungsgang vervollständigt.Auch auf dem Gebiet der Bildgebung sind in den letzten Jahren enorme Fortschritte zu verzeichnen. Die Verbesserungen der Ultraschalltechnik erlauben es heute die meisten Sehnenrisse schnell und sicher zu erkennen. Als „golden standard“ ist die Kernspintomographie ist in der Lage Sehnenrisse sicher darzustellen. Neben Lage und Größe des Defektes, lassen sich in der Kernspintomographie auch Rückschlüsse auf eine Degeneration des dazugehörigen Muskels ziehen.

 

Wann wird ein Riss der Rotatorenmanschette behandelt?

 

Eine gerissene Sehne heilt nicht von selbst zusammen. Aber nicht jeder Sehnenriss muss oder kann operativ verschlossen werden. Der Arzt muss entscheiden, ob der Patient mit einer gerissenen Sehne leben kann und langfristig beschwerdefrei sein wird oder ob der Schaden am Schultergelenk repariert werden muss.Bis vor wenigen Jahren wurde für diese Entscheidung ausschließlich das Lebensalter des Patienten einbezogen. So galt z.B.: junge Patienten werden operiert und ältere machen Krankengymnastik. Heute muss neben dem Lebensalter, den speziellen Lebensbedingungenn und dem persönlichen Funktionsanspruch, die individuelle Pathologie (Art des Sehnenrisses) einbezogen werden. Vor allem die genaue Differenzierung der betroffenen Sehne, Art und Größe des Risses, Degneration von Sehne und Muskel sowie die Beurteilung der Begleitschäden sind heute bei einer Therapieentscheidung ausschlaggebend.

 

Wie sieht die Behandlung eines Risses der Rotatorenmanschette aus?

 

Risse bis zu einer bestimmten Größe lassen sich durch eine arthroskopische Operation beheben. War dies vor Jahren, wenn überhaupt, nur bei sehr kleinen Rissen möglich, erlauben neue Instrumente auch die Naht größerer Risse minimalinvasiv. Zur Rekonstruktion werden die abgerissenen Sehnenenden mit Hilfe winziger Implantate, aus Titan, Kunststoff oder bioresorbierbaren Materialien, am Knochen festgenäht. Dies erfolgt alles über wenige nur 0,5cm lange Schnitte.

 

Aber nicht jeder Sehnenriss muss durch einen operativen Eingriff behandelt werden. Bei einem sehr großen Riss, der vielleicht auch schon seit mehreren Jahren besteht,kann der Versuch einer operativen Rekonstruktion sogar ein schlechteres Ergebnis bringen als ohne OP. Hier ist der Arzt gefordert für jeden Patienten individuell zu entscheiden ob eine Operation notwendig ist oder ob eine konservative Therapie vielleicht die bessere Lösung darstellt. Auch der

konservative Weg d.h. eine Behandlung ohne Operation führt bei viele Patienten

zur Beschwerdefreiheit und guten Kraft- und Bewegungssituation der Schulter.

Hauptsäule der konservativen Therapie sind gezielte Übungen und ein Training um die Funktion der Schulter wieder herzustellen. Wichtig ist es dabei die Muskeln aufzubauen, die den Verlust der gerissenen Sehne ausgleichen. Gleichzeitig muss versucht werden den Oberarmkopf optimal in seiner Pfanne zu stabilisieren.

 

Führt diese konservative Therapie nicht zum gewünschten Erfolg können mit einer kleinen arthroskopischen Operation die abgerissenen Sehnenstümpfe geglättet und entzündetes Gewebe, wie ein chronisch entzündeter Schleimbeutel, entfernt werden.