Behandlung der Kniearthrose

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Je nach Stadium der Kniearthrose (Gonarthrose) kommen in unserer Praxis verschiedene konservative und operative Verfahren zum Einsatz.

Am Anfang jeder Behandlung steht die Diagnostik, dabei gehört zum Standard:
– körperlichen Untersuchung
– Röntgenbilder in zwei Ebenen, ggf. eine Ganzbeinaufnahme zur Beurteilung der Achsverhältnisse
– die Sonographie
– Kernspinuntersuchung

Je nach den Ergebnissen und den individuellen Wünschen des Patienten wird ein Therapieplan erstellt.
Bei einer 1-2° Arthrose können die Beschwerden, mit Physiotherapie, Injektionen ( Hyaloronsäure, PRP), Akupunktur ( kann als Kassenleistung abgerechnet werden) deutlich gelindert werden.

Falls dies keinen Erfolg bringt und in der Kernspinuntersuchung zusätzlich ein Meniskusschaden festgestellt wird, sollte eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt werden. Dieser Eingriff kann meist ambulant erfolgen.

Je nach Alter des Patienten und der Ausprägung der Arthrose (einseitig?) sollten auch die Achsverhältnisse beachtet werden.
Bei einer 3-4° Arthrose sollte bei einem Patienten <60 (wobei letztendlich das biologische Alter ausschlaggebend ist) eine Achsumstellung in Erwägung gezogen werden.

Der häufigste Fall ist die mediale Gonarthrose (einseitige Arthrose auf der Innenseite des Knies) bei einer Varusfehlstellung (O- Bein). Bei diesem Krankheitsbild kann dann eine Umstellung der Achse erfolgen, am häufigsten wird dabei eine aufklappende valgesierende TKO (Tibea Kopf Osteotomie) durchgeführt. Dabei wird nach einer Planung auf der Ganzbeinaufnahme ein Umstellungswinkel errechnet. (siehe Abb. 1)

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Abb.1 Ganzbeinaufnahme bei med. Gonarthrose mit Lastachse (Mikulic Linie)

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Bei der Operation erfolgt eine Durchtrennung des Schienbeinkopfes, und nach Korrektur durch Aufspreizen der Osteotomie, wird die Korrektur durch eine winkelstabile Platte ( Tomofix von Synthes) fixiert. ( siehe Abb.2)

Neben der valgesierenden TKO bei der med. Gonarthrose, kommen bei der laterale Gonarthrose (einseitige Arthrose auf der Aussenseite des Knies) bei der Valgusfehlstellung (X- Bein) eine Umstellung im Bereich des Oberschenkelknochen ( suprakondyläre varisierende Femurosteotomie) zur Anwendung. Meist erfolgt dies durch Entnahme eines Knochenkeils (siehe Abb.3)

 

 

Abb.2                                 Abb.3

 

Der Vorteil der Methode im Gegensatz zu einem künstlichen Gelenk, sind die volle Funktion, die relativ schnelle Rekonvaleszenz und Erhalt der eigenen Biologie. Nach der Operation entlastet der Patient für ca. 2-4 Wochen, durch die modernen Fixationsmethoden können die Patienten heutzutage deutlich früher belasten.

Bei dem älteren Patienten und dem entsprechenden Leidensdruck kommt die Implantation eines künstlichen Gelenks in Frage. Hierbei kommen in unserer Praxis im wesentlichen 2 Prothesen zur Anwendung:
– Monoschlitten (Oxford- Schlitten Firma Biomet)
– Doppelschlitten ( Innex Firma Zimmer)

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In unsere Praxis wird, wenn möglich ein Monoschlitte ( Abb. 4) implantiert, dies ist jedoch nur für die med. Gonarthrose bei erhaltenem Kreuzband möglich. Im Zweifel wird vorher eine Arthroskopie durchgeführt.

 

Der Vorteil einer einseitigen Schlittenprothese, besteht in dem deutlich kleineren Eingriff, der kürzeren Nachbehandlungsdauer und der besseren Funktion (meist annähernd freie Beweglichkeit). Meist ist nur eine ambulante Reha notwendig

Abb.4 Monoschlitten

 

ulhewa-35147_bayer_georg_19450518_5_5ulhewa-35147_bayer_georg_19450518_4_4Bei fortgeschrittenem Stadium der Arthrose und Befall des gesamten Knie (Pangonarthrose) wird eine Doppelschlittenprothese implantiert.

 

Der Krankenhausaufenthalt beträgt ca. eine Woche, der Patient geht in der Regel in eine stationäre Reha, dies wird im Krankenhaus meist lückenlos organisiert. Eine Vollbelastung ist meist ab der 3 Woche möglich.

 

 

Abb. 5 Doppelschlittenprothese


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